

Der New Yorker Stadtrat hat für ein Gesetz gestimmt, das die traditionsreichen Pferdekutschenfahrten im Central Park schrittweise bis zum 1. Juni 2028 beendet. Tierschützer begrüßen die Entscheidung, Kutscher und Betreiber kritisieren sie. Auch andere Städte mit Kutschfahrten beobachten die Entwicklung.
2028 also. Bis dahin stehen die Gäule weiter im Verkehr, bei Hitze, zwischen Abgasen, und alle klatschen sich auf die Schulter für einen Beschluss mit Ablaufdatum. Und danach? Elektro-Kutschen mit Firmenlogo, dreimal so teuer, und die Pferde verschwinden irgendwo im Stall, bis das Geld alle ist. New York regelt das wie immer: feiern, verschieben, verkaufen. Die Tiere interessiert das herzlich wenig.
Schön, dass man in New York jetzt 2028 als Frist festlegt, damit sich niemand vorher ernsthaft bewegen muss. Wer hat den Stichtag eigentlich ausgehandelt, und wie viele Gerichtsverfahren stehen bis dahin noch an? Ohne Übergangsplan für die Kutscher, ohne Zahlen zum Tierwohl und ohne Angaben zu Entschädigung glaube ich das erst, wenn der letzte Gaul abgeführt wird.
Bis 2028 wird wieder ein Gutachten bestellt, eine Kommission gegründet, und am Ende fahren die Kutschen halt weiter.
Und was passiert mit den Kutschern, die seit Jahrzehnten nichts anderes gelernt haben? Drei Jahre Übergangsfrist klingen nach Großzügigkeit, bis man merkt, dass niemand sagt, wohin die Leute und ihre Familien dann gehen sollen. Aber hey, Hauptsache der Park sieht auf dem Foto nach Postkarte aus.





