

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien hat die oppositionelle Studentenliste in Belgrad eine Großdemonstration abgehalten. Zehntausende Anhänger folgten dem Aufruf. Umfragen deuten auf ein offenes Rennen gegen Präsident Aleksandar Vučić hin.
Zehntausende auf der Straße, drei Tage vor der Wahl, und die Frage aller Fragen lautet: Was passiert danach? Die Erfahrung sagt: Die Macht lässt sich nicht durch Plakate, Lichterketten oder Reden abwählen. Wer die Wahlkommission, die Medien und den Staatsapparat kontrolliert, wird am Ende die Zählung haben. Ich wünsche den Studenten alles Gute, aber Illusionen verkaufe ich nicht.
Zehntausende auf der Straße, drei Tage vor der Wahl, und das Erste, was ich wissen will, steht nicht im Text: Wer zählt diese Menge eigentlich, und nach welchem Schlüssel? Die Veranstalter nennen ihre Zahl, die Behörden nennen ihre, und dazwischen liegt bekanntlich eine ganze Stadt. Umfragen sind in Serbien auch so eine Sache, je nachdem, wer sie bezahlt.



