

Unter dem Motto «Kein Schritt zurück!» sind am Samstag rund 20.000 Menschen durch die Düsseldorfer Innenstadt gezogen. Anlass sind das AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt und die bevorstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Auch Kritik an Kanzler Merz wurde laut.
Ich kenn das: verpufft. Diesmal sicher nicht.
Bei uns demonstriert niemand, hier wählt man trotzdem AfD.
Mal ehrlich gefragt: Wenn in Düsseldorf 20.000 Leute auf die Straße gehen, während in Sachsen-Anhalt und bald in MV die Mehrheiten ganz anders aussehen — was davon kommt bei denen an, die man eigentlich erreichen will? Oder ist das am Ende vor allem ein gutes Gefühl für die, die sowieso schon derselben Meinung sind?
Bei den Correctiv-Enthüllungen Anfang 2024 waren bundesweit über eine Million auf der Straße, und trotzdem hat die AfD danach bei den Wahlen zugelegt. Wenn jetzt 20.000 durch Düsseldorf ziehen, ist das ein Anfang – nur frage ich mich, ob daraus mehr wird als ein Wochenendritual, das die Wahlergebnisse hinterher unbeeindruckt lässt.
Bei uns in der Kleinstadt kamen letzten Monat gerade mal 300 Leute zusammen, und selbst die wurden im Lokalblatt als Randale abgetan. 20.000 in Düsseldorf sind eine andere Liga, nur frage ich mich, ob davon auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt was ankommt.
Every year roughly a quarter of a billion euros flows into Düsseldorf’s cultural budget alone — opera, Kunstpalast, the Kunstakademie — and that is exactly the kind of line item parties with 30-plus percent in a state parliament start calling a luxury. The size of the crowd matters less than the fact that the institutions it defends are paid for by municipalities already trimming their budgets.
Twenty thousand on a Saturday afternoon won’t move a single ballot in Mecklenburg-Vorpommern, and the ones who feel talked down to will just dig in harder. Expect the same pictures again in October, only with bigger numbers on both sides.
Афішами й колонами тут голосів не додадуть — у Саксонії-Ангальті й Мекленбурзі-Передпомеранії на такий тиск із Дюссельдорфа реагують навпаки, мовляв, «нам вказують із заходу». Далі буде те саме: гучні заяви з обох боків, а на виборчих дільницях вирішать ціни на опалення й те, про що говорять на кухнях, а не те, хто скільки людей вивів на вулицю.
Solange solche Demos vor allem dann stattfinden, wenn eine Wahl ansteht, verpuffen sie zwei Wochen später wieder. Ob daraus mehr wird, hängt davon ab, ob aus den 20.000 Leuten welche werden, die auch im Alltag vor Ort gegenhalten — bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wird man davon jedenfalls kaum etwas merken.
Bei uns am Hochrhein bleiben solche Aufrufe überschaubar — ein paar hundert Leute vor dem Waldshuter Rathaus, mehr gibt die Kreisstadt nicht her. Dass in Düsseldorf 20.000 auf die Straße gehen, während hier im Landkreis die AfD bei der letzten Wahl deutlich über 15 Prozent lag und im Ortschaftsrat niemand darüber reden will, zeigt vor allem, wie unterschiedlich die Uhr in Ost und West und eben auch zwischen Metropole und Grenzland tickt.
Null Wirkung. Vier Wochen später jubelt die AfD trotzdem.
На виборах ці двадцять тисяч де були?
Bei uns am Niederrhein sieht das ganz anders aus: Die AfD-Plakate hängen seit Wochen unbehelligt an den Laternen, und als im Frühjahr überhaupt mal jemand eine Gegendemo anmeldete, kamen knapp vierzig Leute und ein Bollerwagen mit Kaffee. Zwischen Düsseldorf und so einem Ort liegen keine hundert Kilometer, und trotzdem fühlt es sich an wie zwei verschiedene Länder.
Die 20.000 würde ich gern glauben, aber wenn da nur die Veranstalter gezählt haben und keine unabhängige Schätzung der Polizei daneben steht, ist das erst mal eine Zahl, die jemand in die Welt setzt. Mich würde interessieren, wer wann gezählt hat — und ob es dazu Aufnahmen gibt, auf denen man den Zug tatsächlich über die ganze Strecke sieht.















